Die Raiffeisenbank Schaffhausen schreibt einen kleineren Gewinn als noch im Vorjahr. Dennoch ist man beim Finanzinstitut zufrieden, denn das Zinsumfeld ist für eine Regionalbank gerade alles andere als vorteilhaft. Im Verwaltungsrat kommt es ausserdem zu einem Wechsel.
Null Prozent: So tief ist der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank seit letztem Sommer. Auch in den Monaten zuvor befand er sich mit 0,25 respektive 0,5 Prozent nicht auf dem Niveau von 2023, als er bei 1,75 Prozent lag – oder auf dem Höhenflug der 2000er-Jahre, als er Sphären von bis zu 3,5 Prozent erreichte. Das spüren Finanzinstitute wie die Raiffeisenbank Schaffhausen, wenn sie eine Bilanz des vergangenen Jahres ziehen. Denn das Zinsgeschäft stellt nach wie vor den Hauptertragspfeiler dar.
An der alljährlichen Medienkonferenz vom Dienstag konnten die Verantwortlichen dennoch von einem guten Ergebnis in schwierigem Umfeld sprechen. Die Raiffeisenbank Schaffhausen erzielte einen Gewinn von 2,12 Millionen Franken – 15 Prozent weniger als die je 2,5 Millionen Franken in den beiden Jahren davor. «Das Ergebnis befindet sich allerdings im Rahmen unserer Erwartungen», so Verwaltungsratspräsidentin Karin Steinemann. Dafür sei sie mit der Leistung der Bank im Kerngeschäft zufrieden. «Wir konnten nicht nur die Kundengelder und -ausleihungen erhöhen, sondern auch das Depotvolumen», freute sie sich. Das zeige, dass Raiffeisen nicht bloss eine Hypothekar- und Sparbank sei, sondern sich auch im Anlagegeschäft verbessere. Das zusätzliche Volumen von 17,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr spreche für sich.
Der Vorsitzende der Bankleitung, Daniel Landolt, hob das Wachstum bei den Kundenausleihungen in der Höhe von 5,7 Prozent hervor. «Wir konnten unsere Marktstellung stärken und wachsen überdurchschnittlich», sagte er – gleichzeitig könne sich die Raiffeisenbank Schaffhausen über die Kundengelder, die gar um 8,8 Prozent zulegten, zu einem hohen Anteil refinanzieren. Landolt wertete den Anstieg genauso als Vertrauensbeweis wie das Kundenwachstum: Über 19’000 Kundinnen und Kunden hat die Raiffeisenbank Schaffhausen mittlerweile, davon sind 10’670 Genossenschafter mit mindestens einem Anteilsschein à 500 Franken. Das Kundenplus von 3,2 Prozent gehöre innerhalb der Raiffeisengruppe zu den Spitzenergebnissen, sagte der Bankchef. «In puncto Marktanteil nutzen wir das vorhandene Potenzial.»
Aufwand steigt wegen des Jubiläums
Das angesprochene Zinsgeschäft fiel wegen des Zinsniveaus tiefer aus. Bereits im Vorjahr ging der Nettoerfolg von 14,6 auf 13,8 Millionen Franken zurück, jetzt liegt er noch bei 13,2 Millionen. «Wenn der Leitzins nicht ins Negative rutscht, sollte sich die Zinsmarge allerdings stabilisieren», so Landolt. Mit einem Negativzinsszenario wird bei der Raiffeisenbank indes eher nicht gerechnet, die Nullzinsphase werde wohl bis Ende Jahr anhalten. Zulegen konnten dafür Kommissions-, Dienstleistungs- und Handelsgeschäfte, welche kumuliert 28 Prozent aller Erträge ausmachen. Für den Bankchef eine positive Entwicklung, will man sich doch stärker diversifizieren, um weniger von Zinsschwankungen abhängig zu sein.
Beim Personalaufwand ergab sich aufgrund von zwei Neuanstellungen im vierten Quartal eine leichte Steigerung von 1,6 Prozent. Stärker stieg der Sachaufwand, um 6,5 Prozent, was hauptsächlich dem Jubiläum «125 Jahre Raiffeisen in der Schweiz» mit diversen Aktivitäten geschuldet war, aber auch der Kostensteigerung im Bereich der IT. Der Geschäftserfolg reduzierte sich auf 7,5 Millionen Franken (minus 6,7 Prozent).