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Tipps zu Haushalt, Hülle, Heizung

14.02.2020

Guter Rat hilft sparen: Diese drei Booklets geben Bescheid. BILD JEANNETTE VOGEL, TEXT ULRICH SCHWEIZER

Energie sparen – aber wie? Drei Broschüren geben dazu Auskunft, vom Eierkochen à la Ogi bis zum Einbau einer CO2-freien Heizung.

An rat gebenden Instanzen ist wahrlich kein Mangel: Mehr als zwei Dutzend Internetadressen sind auf der Rückseite der Broschüre «Gebäude erneuern, Energieverbrauch halbieren» aufgelistet, die von der Konferenz Kantonaler Energiefachstellen herausgegeben wird. Alphabetisch geht es von www.aee.ch, der Agentur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, über www.geak.ch, den Gebäudeenergieausweis der Kantone, www-hev-schweiz.ch, den Hauseigentümerverband Schweiz, und www.gh-schweiz.ch, das Kompetenzzentrum für Gebäudehüllen, bis zu www.topten.ch. Um Enttäuschungen vorzubeugen: Damit ist nicht die Disco in Singen gemeint, wo man heisse Tanzpartner findet, sondern die Seite mit den sparsamsten Haushaltsgeräten.

Die Kunst ist es, sich in diesem Urwald zurechtzufinden und zu erkennen, unter welcher Adresse die beste Auskunft erhältlich ist. Bevor man sich in den Tiefen des Internets verliert, ist die Lektüre von drei übersichtlich gestalteten Ratgebern hilfreich, die, ganz traditionell, in gedruckter und gehefteter Form vorliegen (siehe Bild oben). Natürlich können sie eine gründliche Beratung durch Fachleute nicht ersetzen. «Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland», postulierte der Autor Jeremias Gotthelf 1842. Ob er in seinem «Wort an den Schweizerischen Schützenverein» nicht doch am Ende auch das Energiesparen und den Klimaschutz im Auge hatte? Sicher ist: Wer heute den Energieverbrauch subito, mit sofortiger Wirkung drosseln will, muss bei sich selber anfangen, zu Hause und unterwegs. Unterwegs, das heisst: Mehr zu Fuss gehen, öfter das Velo nehmen oder Zug, Tram und Bus. Selten nur ein Auto benützen und wenn überhaupt, dann nicht heizen, sondern gleiten – ohne hochtouriges Heulen, in vorausschauender, defensiver Fahrweise. Und was ist mit Fliegen? Nun, es gibt Menschen, die kein Vehikel betreten, das nicht unterwegs anhalten kann, ohne abzustürzen. Übrigens: Schon einmal etwas von «Flugscham» gehört»?

In den eigenen vier Wänden lässt sich durch vernünftiges Verhalten viel Energie sparen. Das kann im Alltag im Kleinen anfangen, zum Beispiel in der Küche: Bundesrat Adolf Ogi warb schon im Oktober 1988 für energiebewusstes Eierkochen – mit lediglich fingerbreit Wasser im Topf, obligatem Deckel und rechtzeitigem Ausmachen, um die Restwärme des Kochfelds auszunützen.

Die Broschüre «Energieeffizienz im Haushalt» gibt handfeste Basisinformationen für den Alltag: Eine LED-Lampe verbraucht bei gleicher Helligkeit achtmal weniger Strom als eine Halogenlampe und ist auch den Sparlampen von gestern deutlich überlegen. PS: Die sparsamste Lampe ist aber immer noch jene, die gar nicht brennt – das heisst: wenns nicht nötig ist: Licht aus!

Der Wasserkocher, der britische Teakettle, bringt einen Liter Wasser in drei Minuten zum Kochen und braucht dafür bloss 0,1 kWh – Brexit hin oder her. Backöfen, Kühlschränke und Gefriertruhen der Klasse A*** verbrauchen nur halb so viel Energie wie die Geräte der Referenzklasse A, Waschmaschinen und Geschirrspüler der Klasse A*** einen Viertel weniger als die Geräte der Klasse A. Eine Abwaschmaschine der Effizienzklasse A*** braucht für einen Durchlauf 7 bis 10 Liter Wasser und 0,7 bis 0,9 kWh Strom. Damit arbeitet sie sparsamer, als wenn man von Hand abwäscht. Flicken oder weg damit?

Defekte Geräte, die älter sind als zwölf Jahre, verbrauchen in der Regel unnötig viel Strom. Sie sollten entsorgt werden – es sei denn, sie werden als «Oldtimer» nur bei seltenen Gelegenheiten vorgeführt. Öffentliche Sammelstellen gibt es in grösseren Gemeinden und Städten, in Schaffhausen zum Beispiel Arnold Schmid, in Neuhausen Corrà Recycling.

«Bevor man eine Heizung erneuert, sollte die Gebäudehülle saniert werden. Denn ein Gebäude mit gut gedämmten Wänden und Fenstern benötigt deutlich weniger Energie.» Diese Feststellung leitet thematisch über zum eingangs erwähnten Booklet «Gebäude erneuern, Energieverbrauch halbieren». Der Untertitel geht ins Detail: «Wie mit gezielten Massnahmen der Energieverbrauch im Einfamilienhaus auf die Hälfte reduziert wird». In neun Schritten wird aufgezeigt, was vom Dach bis zum Kellerboden eines Hauses alles getan werden kann. Dabei wird das Energiesparpotenzial der Massnahmen jeweils in Prozenten des Gesamtenergieverbrauchs des Hauses angegeben: Mit Heizsystemen beschäftigt sich die Broschüre «Eine zukunftsfähige Heizung für mein Haus», ebenfalls von der Konferenz Kantonaler Energiefachstellen herausgegeben. Der «Ratgeber zum Heizungsersatz nach MuKEn 2014» gibt einen Überblick über das Vorgehen beim Ersatz eines mit Öl oder Gas betriebenen Heizkessels durch ein CO2-freies oder klimaneutrales Heizsystem. – Das Kürzel MuKEn bedeutet übrigens «Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich».

 

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