Beide haben ihre Laufbahn einst als Lernende in der Randengarage begonnen: Nach fast 50 Jahren in der Automobilbranche übergibt Roland Jauch den Betrieb an seinen langjährigen Mitarbeiter Rijad Emruli.
Vor fast 50 Jahren, im April 1976, startete Roland Jauch seine Karriere in der Automobilbranche als Lehrling in Arnold Schwaningers Garage. Er arbeitete sich zum Teilhaber hoch und übernahm die Randengarage schliesslich im Jahr 2006. Jetzt, mit 65 Jahren, ist es für Jauch an der Zeit, kürzerzutreten. Er hat den Betrieb per Anfang Jahr an seinen langjährigen Mitarbeiter Rijad Emruli abgegeben – auch er fing einst als Lernender in der Schleitheimer Garage an. Der 29-Jährige ist dem Geschäft seines ehemaligen Chefs schon seit 14 Jahren treu.
Für beide ist die Übergabe eine gute Lösung zum richtigen Zeitpunkt. «Wir haben die gleiche Einstellung, und Rijad wird die Firma mit den gleichen Werten weiterführen. Davon bin ich überzeugt», so Jauch. «Das Geschäft nun an einen Mitarbeiter weiterzugeben, der seit jeher am Karren gezogen hat, ist eine tolle Sache.» Die beiden Männer sind aus einem ähnlichen Holz geschnitzt, «auch wenn ich vielleicht etwas ruhiger bin», sagt Emruli. Jauch lacht. «Du bist die Ruhe selbst. Ich kann manchmal kurz impulsiv sein, das gebe ich zu.»
Sein Nachfolger freut sich auf die neue Aufgabe, er ist sich der Verantwortung aber auch bewusst, was Jauch lobend anerkennt. «Es braucht Mitarbeitende, die das auch wollen. Wer will denn heutzutage noch Verantwortung übernehmen? Chapeau, wer sich das zutraut.»
Einen Schritt zurück machen
Komplett «von 100 auf 0» gehen möchte Jauch allerdings nicht. Er unterstützt Emruli beim Übergang und insbesondere beim externen Vorführen von Fahrzeugen im Stundenpensum. «Ich möchte, dass er oft in der Garage vor Ort sein kann, ganz besonders zu Beginn», betont Jauch. Und wie ist es für ihn, plötzlich selbst nicht mehr Chef, sondern Angestellter zu sein? «Eine reine Kopfsache», sagt er lachend. Er habe überhaupt kein Problem damit.
Die Randengarage GmbH bietet Reparaturen, Spenglerarbeiten und Unterhalt von Autos an. Dazu verkauft sie Neuwagen und Occasionen; an eine spezifische Automarke ist sie dabei nicht gebunden. «Wenn ich einem Kunden ein Auto verkaufe, dann möchte ich zu 100 Prozent dahinterstehen», sagt Emruli.